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Interview mit Christian Markgraf, Leiter Projektierung bei KARL SCHNELL GmbH & Co. KG, Creglingen

Ein Global Player aus dem Mittelstand: Es gibt keinen Kontinent und kaum ein Industrieland in dem der Maschinen- und Anlagenbauer KARL SCHNELL (KS) nicht vertreten ist. In rund 70 Jahren hat sich das süddeutsche Unternehmen zu einem wichtigen Partner der Nahrungsmittelindustrie entwickelt. Der Fokus des Maschinen- und Anlagenbauers reicht von der Einzelmaschine bis hin zur kompletten Produktionslinie für die Verarbeitung von Nahrungsmittel, aber auch Fördertechnik für die Produktionsprozesse. In zwei deutschen Werken sowie Tochtergesellschaften in Frankreich, USA und Russland werden rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Christian Markgraf, Leiter Projektierung, kennt die Herausforderungen im Materialfluss in der Lebensmittelproduktion und gibt einen Einblick in die Zusammenarbeit mit Habasit, von dem der Maschinen- und Anlagenbauer seit vielen Jahren Transportbänder bezieht.

Herr Markgraf, was bietet KARL SCHNELL seinen Kunden im Bereich Fördertechnik an?

Grundsätzlich unterstützen wir bei der Optimierung der Produktionsprozesse, wobei hier der Materialfluss eine wichtige Rolle spielt. Unsere Förderstrecken sind die Grundlage für eine leistungsfähige und damit wirtschaftliche Verarbeitungslinie. Sie sorgen für eine Automatisierung beim Transport der Rohmaterialien zu den einzelnen Maschinen und deren Beschickung. Wir passen die Förderstrecken individuell an die Wünsche unserer Kunden an, wobei Förderleistungen bis zu 50 t/h realisierbar sind. Oft sind auch zusätzliche Optionen gewünscht, beispielsweise Bänder mit Wiegesystemen zur Rohwarenstandardisierung oder der Transport über Metalldetektoren.

Maschinenabnahme in der Montage – Qualität bis ins Detail

Auf welche Bereiche innerhalb der Lebensmittelproduktion sind Sie spezialisiert?

Unsere Maschinen und Anlagen sind auf die industrielle Verarbeitung von Fleischwaren, Tiernahrung, Feinkost- und Schmelzkäseprodukte ausgerichtet. Bei der Konzeption der Anlagen stehen die Anforderungen unserer Kunden und das Streben nach Lösungen im Mittelpunkt. Das ermöglicht unser breites Fertigungsprogramm, welches eine vollständige Produktpalette umfasst. Von der Rohwarenannahme über die Prozesstechnik bis hin zur Abfüllung und Portionierung; einschließlich der dafür notwendigen Planung und Realisierung. Selbstverständlich auch die Installation und Inbetriebnahme, sowie das Operator-Training bei unseren Kunden.

Aufgrund der vielfältigen Anforderungen sind wir ein Lösungsanbieter für die Lebensmittelindustrie und nicht nur ein reines Maschinenbauunternehmen.

Wir bieten unseren Kunden nicht nur technische, sondern auch technologische Unterstützung.

Produktionslinie zur Herstellung von Schmelzkäse

Was sind aus Ihrer Erfahrung die besonderen Herausforderungen für Transportbänder in der Lebensmittelproduktion?

Diese sind in der Tat sehr speziell, denn außer den zahlreichen gesetzlichen Bestimmungen für Maschinen- und Anlagenbauer sind es die Anforderungen innerhalb der Produktion: Betriebszeiten rund um die Uhr, sehr unterschiedliche Transportgüter, oft extreme Temperaturschwankungen und hohe Anforderungen an die Hygiene. Gerade Förderstrecken in der Lebensmittelproduktion zählen mit Sicherheit zu den größten Herausforderungen für Transportbandhersteller.

Insbesondere bei Förderprozessen sind höchste Anforderungen an Sauberkeit und Hygiene einzuhalten. Transportbänder haben hier einen entscheidenden Einfluss, denn diese haben ja „Kontakt“ mit den Waren, müssen punktgenau zur Weiterverarbeitung liefern sowie robust gegenüber mechanischen und chemischen Belastungen sein. Für unsere Kunden – die Lebensmittelproduzenten – ist es außerdem wichtig, dass gesetzliche Anforderungen in verschiedenen Ländern erfüllt werden und niedrige Betriebskosten eine kostengünstige Produktion erlauben.

Welche Bandtypen von Habasit setzen Sie vorwiegend ein?

Hauptsächlich TPU-beschichtete Bänder und monolithische Bänder. Thermoplastisches Polyurethan (TPU) kommt in der Lebensmittelverarbeitung als Bandbeschichtungsmaterial sehr oft zum Einsatz, da es auch bei sehr niedrigen Temperaturen problemlos einsetzbar ist, über eine sehr gute Abriebfestigkeit verfügt und auch beständig gegenüber pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen ist. Auch bei der Reinigung ist es vorteilhaft, denn die Bänder verfügen über eine absolut glatte Oberfläche ohne poröse Stellen sowie eine gleichmäßige Banddicke. Außerdem verhindern antimikrobielle Zusätze in den Bändern das Wachstum schädlicher Mikroorganismen auf der Bandoberfläche, dies ist ein großer Vorteil für unsere Einsatzbereiche!

Auch die Haftungseigenschaften sind sehr wichtig, denn beim Transport von sehr klebrigen Produkten, wie beispielsweise Feinbrät, muss ein problemloses Ablösen vom Band gewährleistet sein.

Hochhygienisches Förderband für den universellen Einsatz im Lebensmittelbereich

Welche weiteren Bandeigenschaften sind für Ihre Einsatzbereiche wichtig?

Wir verwenden ausschließlich reibschlüssige Bänder mit Rollenantrieb. Hiermit sind selbst Steigungen von 2 bis 45 Grad in den Anlagen machbar. Vorteilhaft ist hier ein stabiler Zugkörper aus Polyester und Aramid, den Habasit verwendet, denn dieser sorgt für eine lange Lebensdauer sowie eine hohe Formbeständigkeit auch bei großen Lasten.

Sehr oft setzen wir auch gemuldete Bänder ein. Das Transportgut wird so mittig transportiert. Der Verlust durch herabfällige Güter bleibt so sehr gering und das aufwendige Reinigen von Seitenführungen entfällt.

Können Sie uns hierfür Beispiele nennen?

Sicher, für einen deutschen Käseproduzenten haben wir mit diesen Bandtypen Förderstrecken realisiert, die 25 kg schwere Käseblöcke rund 100 m weit transportieren.

Für einen Kunden in China bauen wir gerade Bänder zum Chargieren von Rohwaren die bis zu 1000 kg Pufferkapazität verfügen und anschließend das Produkt auch abtransportieren müssen.

Aber auch die Temperaturherausforderungen sind gewaltig für die Bänder; da reicht das Spektrum von Tiefkühlware bei -18 °C bis hin zu 85 °C heißem Schmelzkäse.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit Habasit?

Wie schon beschrieben, müssen KS Maschinen für den Einsatz in unserem Kernmarkt alle technischen Voraussetzungen mitbringen und die gesetzlichen Standards der Lebensmittelproduktion erfüllen. Wir schätzen deshalb die technische Unterstützung durch Habasit, speziell wenn es um besondere Anwendungen geht. Und das ist sehr oft der Fall, denn kaum eine unserer Anlagen ist mit einer anderen vergleichbar. Hierzu sind die individuellen Anforderungen unserer Kunden, auf die wir als Lösungsanbieter regieren müssen, einfach zu unterschiedlich.

Da wir global aktiv sind, ist außerdem eine schnelle und gute Ersatzteilversorgung unerlässlich. Dass Habasit mit Niederlassungen und Partnern ebenfalls weltweit vertreten ist, ist ein weiterer Vorteil der Zusammenarbeit.

 www.karlschnell.de

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