Vliesstoff und seine Besonderheiten

Was haben Bodenbeläge, Filter und Windeln gemeinsam? Sie alle sind aus Vlies – einem nicht gewebten Stoff, der im Wesentlichen in drei Verfahren hergestellt werden kann: dem Trocken-, dem Nass- und dem Spinnvliesverfahren. Wo dabei die Bänder von Habasit am häufigsten Verwendung finden und wie vielfältig und komplex die Vliesstoffherstellung ist, erfahren wir im Interview mit Silke Schledt, Key Account Managerin Nonwovens.

Frau Schledt, bitte erläutern Sie uns, wie Habasit Bänder die Herstellung von Vliesstoffen unterstützen.

Unsere Bänder werden am häufigsten für Trockenlegeverfahren genutzt. Dabei werden Naturfasern oder synthetische Kunststoffe, z.B. Polyester oder Polypropylen, in mehreren Schichten überkreuzt zum Flor gelegt und anschließend verfestigt. Das Verfahren ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Produktion, unter anderem von Hygiene- oder Dämm-Produkten.

Die Herstellung erfolgt in vielen Einzelschritten, so dass unsere Bänder in unterschiedlichen Anlagen Verwendung finden: von Ballenöffner- über Krempel- bis hin zu den Kreuzlegeanlagen. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an jedes Band. Mit einem geringen Bandgewicht müssen sie äußerst beständig, hochleitfähig, querstabil, öl- und abriebfest sein und vor allem dürfen sie keine Falten bilden. Häufig müssen unsere Bänder chemisch aggressiven Zusatzstoffen im Faserflor während des Herstellungsprozesses standhalten.

Wieviel Potenzial steckt in der Vliesherstellung?

Deutschland ist im Nonwovens-Sektor der führende Produzent in Europa. Mehr als 600.000 Tonnen Material wurden 2016 hergestellt. Das ist fast das Doppelte des Zweitplatzierten, der Türkei. Tendenz steigend. 2017 soll die Wachstumsrate bei mindestens zwei Prozent liegen. Dabei nehmen die Hygieneartikel den größten Marktanteil ein, gefolgt von Dämmung und Polster. Die Automobilindustrie bietet ebenfalls vielfältige Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel für Teppiche, Filter, Schalldämmung oder Innenverkleidung.

Auf den asiatischen Märkten steigt der Bedarf an Vliesstoffen stetig. So gibt es etwa in Indien einen Nachholbedarf im Bereich Hygieneeinwegprodukte, Windeln, etc.. Dies wirkt sich sehr positiv auf die weltweite Nachfrage nach leistungsfähigen Produktionsanlagen und entsprechenden Textilmaschinen „Made in Germany“ aus. Habasit profitiert von der führenden Marktposition als Erstausrüster in der Nonwovens Industrie dank erstklassiger Produkte für die technisch anspruchsvollen Hochleistungsanlagen.

Wie stellt Habasit sicher, dass die Bänder den steigenden Anforderungen der Branche auch künftig gerecht werden?

Natürlich entwickeln und modifizieren wir unsere Transport- und Prozessbänder stetig auf Basis aktueller Tendenzen. Der gegenwärtige Trend geht Richtung Carbonfaserrecycling. Wie weit sich Nachfrage und Forschung hier bereits entwickelt haben, wird sich unter anderem bei den kommenden „Hofer Vliesstofftagen“ im November zeigen, bei denen auch Habasit wieder als Aussteller vertreten sein wird. Bei diesem jährlichen Verbandstreffen aller in dem Segment tätigen Unternehmen werden Neuheiten, Innovationen und Entwicklungen vorgestellt und Anregungen für neue Produkte gesammelt.

Nicht selten entstehen Innovationen in Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die wir von Anfang an in die Entwicklung mit einbeziehen, und so die neuen Produkte auf deren konkrete Bedürfnisse ausrichten. Darum haben wir immer ein offenes Ohr für die Anforderungen der Produzenten und setzen die Verbesserungswünsche möglichst direkt in die Praxis um. Diese spannende Herausforderung macht den speziellen Reiz der Vliesstoffbranche aus, deren Wachstumspotenzial noch viele Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt.

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